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Bernhard Ziegler im Interview

Personalauslastung durch Honorarärzte schafft Flexibilität für Kliniken
Aus- und Weiterbildung des ärztlichen Personals muss aber Vorrang haben

In Zeiten des Ärztemangels werden an vielen deutschen Kliniken  Honorarärzte immer öfter in den klinischen Betrieb für die notwendige Personalauslastung eingesetzt. Dabei handelt es sich nicht mehr um bloße Unterstützung oder Vertretung von Ärzten.  Seit 2005 hat die honorarärztliche Tätigkeit zugenommen und sich auch auf weitere Einsatzbereiche wie Stationsarbeiten, Visiten oder administrative Tätigkeiten ausgeweitet, wie die Bundesärztekammer im Mai 2011  berichtete.
Bernhard Ziegler, Vorstandsvorsitzender des Interessenverbands Kommunaler Krankenhäuser (IVKK e.V.), spricht in einem Interview mit dem Online-Nachrichtenportal für freiberufliche Ärzte – DerHonorararzt.de – über die Bedeutung von Honorarärzten, die Ausfallzeiten in Kliniken kompensieren.

Der Einsatz von freiberuflichen Ärzten, die auf Honorarbasis zur Überbrückung von personellen Engpässen eingesetzt werden, bewertet Herr Ziegler durchaus positiv. Denn es schafft die nötige Flexibilität „zur Überbrückung von spezifischen Situationen“, glaubt Ziegler.
Die personelle Auslastung durch Honorarärzte ist aber nicht unproblematisch. Honorarärzte sind für die Kliniken teurer als die festangestellten Fachärzte. Oft sehen sich Kliniken damit konfrontiert, dass Honorarärzte Dienste nicht übernehmen wollen. Gänzlich unproblematisch betrachtet der Vorstandsvorsitzende hingegen die Scheinselbstständigkeit von freiberuflichen Ärzten. Solange diese für eine „zeitlich überschaubare Frist“ eingesetzt werden und keine Abhängigkeit vom Arbeitgeber besteht,  treten keine Probleme auf.

Die Kompensation von Personalmangel, durch den Einsatz osteuropäischer Ärzte, ist nicht unbekannt. Ziegler betrachtet es als eine Möglichkeit, dem Personalmangel in Kliniken zu begegnen. „Osteuropa ist sicherlich ein Weg, der aus der Problemsituation herausführt“. Jedoch warnt Ziegler vor dem Brain-Drain-Effekt, dem Abzug qualifizierten Personals aus weniger wohlhabenden Ländern in wohlhabende. „Aus einer übergeordneten Perspektive muss man das kritischer sehen“.

Um dem Ärztemangel in Kliniken effektiv begegnen zu können, muss die Aus- und Weiterbildung von Ärzten finanziell honoriert werden, sagt Ziegler. „Derzeit wird die Aus- und Weiterbildung des ärztlichen Personals auf der Vergütungsseite nicht honoriert. Das schafft Anreize, primär mit Fachärzten zu arbeiten, ohne in die Qualifizierung von Assistenzärzten zu investieren“.

DerHonorararzt.de ist ein Online-Nachrichtenportal für freiberufliche Mediziner. Sowohl interessierte Ärzte als auch Geschäftsleitungen und Personalabteilungen von Kliniken informieren sich hier über aktuelle Meldungen aus der Branche.

Das kompletten Interview finden Sie hier



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