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VKD: Klinikversorgung zukunftsfest machen

Berlin. Die Krankenhausversorgung in Deutschland ist nicht zukunftsfest. Vor allem die Versorgung in der Fläche ist gefährdet. Das ergab die aktuelle Mitgliederbefragung des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD). Die vom Bundestag beschlossenen Finanzhilfen für die Kliniken verschafften diesen nur für kurze Zeit etwas Luft.


"Ab 2015 wird der überwiegende Teil der Hilfen wieder entfallen. Tariflöhne und Sachkosten werden dagegen weiter steigen. Daraus entsteht für die neue Bundesregierung ein immenser Handlungsdruck. Sie muss zügig die nötigen Voraussetzungen für eine zukunftsfeste Krankenhausversorgung schaffen", erklärte VKD-Präsident Dr. Josef Düllings.
Im vergangenen Jahr hatten laut Umfrage 46,2 Prozent der Klinikmanager von Allgemeinkrankenhäusern (mit Universitätsklinika, ohne Fachkrankenhäuser) mit einem negativen Jahresabschluss gerechnet. Das traf fast punktgenau zu: 46,1 Prozent schlossen 2012 mit einem Defizit ab. In beiden Mitgliederbefragungen wird aber auch deutlich, dass der Anteil dieser defizitären Krankenhäuser mit zunehmender Bettenzahl abnimmt. Je größer, desto wirtschaftlich stabiler sind sie.Bei den Allgemeinkrankenhäusern der Grundversorgung mit weniger als 250 Betten dagegen schlossen sogar 53 Prozent mit einem Defizit ab.
Da die Investitionsförderung der Länder nachweislich zum Erhalt der Substanz nicht ausreicht, werden notwendige Investitionen immer häufiger aus dem erwirtschafteten Betriebsergebnis finanziert. Eine Umsatzrentabilität von mindestens vier Prozent sei notwendig, um die Infrastruktur zu erhalten, so Dr. Düllings. „Nach unserer Umfrage lag der Anteil der Häuser, die diesen Wert erreichten, bei gerade einmal 11,6 Prozent! Damit ist nur eins von zehn Krankenhäusern in Deutschland überhaupt in der Lage, seine Zukunft aus eigener Kraft zu sichern."
Für 2013 zeichnet die Befragung ein ähnlich düsteres Bild. Für alle Krankenhäuser, einschließlich der Fachkrankenhäuser und psychiatrischen Kliniken, lag der Anteil mit einem Defizit bei 39,5 Prozent. Die Fachkrankenhäuser schnitten aufgrund ihrer Spezialisierung noch am besten ab – 15,8 Prozent wiesen ein Defizit aus.

Insgesamt wurde erneut deutlich, dass die Defizite zu einem Großteil systembedingt sind. Die Forderung des VKD: Wenn die politischen Entscheidungsträger auf Landes- und Bundesebene eine wohnortnahe und flächendeckende Krankenhausversorgung wirklich wollen, dann muss das DRG-System an dieser Stelle zügig korrigiert werden. Ein bedarfsnotwendiges Krankenhaus muss seine medizinischen Leistungen für die Bevölkerung über die regelhaften Preisanpassungen refinanzieren können.

Die Mitgliederbefragung fand April bis Mai 2013 nach demselben Verfahren wie 2012 als Online-Befragung statt. Angeschrieben wurden über 1.800 aktive Mitglieder, Vorstände, Geschäftsführer, Krankenhausdirektoren etc.. Die Rücklaufquote lag bei etwa 17 Prozent.





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