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PEPP später

Berlin. Die Optionsphase für das geplante pauschalierende Entgeltsystem Psychiatrie und Psychosomatik (PEPP) wurde erst einmal bis 2016 verlängert. Es ist den Kliniken also bis dahin freigestellt, ob sie danach abrechnen. Falls sie es tun, soll es finanzielle Anreize geben. Das System soll nun nach massiver Kritik der Verbände und Fachgesellschaften erst einmal grundsätzlich überprüft werden. Es bedürfe dringender Korrekturen, da es erheblichen Schaden in der Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen verursachen könne. Viel zu lange seien die Bedenken der Experten der psychischen Gesundheit auf politischer Ebene ungehört geblieben. PEPP stehe bei Patienten, Angehörigen, Ärzten und Pflegekräften bereits seit vielen Monaten in der Kritik. Die von den Vorständen der Regierungsfraktionen auf ihrer Klausurtagung in Königswinter beschlossene Verlängerung der Optionsphase bis Ende 2016 nehme nun den Krankhäusern zumindest den akuten Umsetzungsdruck. 


Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde DGPPN hatte sich gemeinsam mit 17 weiteren Fachgesellschaften und -verbänden mit einem Brief direkt an Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe gewandt und auf die zentralen Punkte aufmerksam gemacht, die es bei der Weiterentwicklung zu berücksichtigen gilt. DGPPN-Präsident Professor Wolfgang Maier: „Wer aufgrund einer akuten und schweren psychischen Erkrankung auf eine Behandlung im Krankenhaus angewiesen ist, darf durch das neue Entgeltsystem nicht benachteiligt werden. Dem Gesundheitsausschuss bietet sich nun die Chance zu einer grundlegenden Kurskorrektur. Dabei muss es zum Beispiel darum gehen, die regionale Akut- und Notfallversorgung sicherzustellen, die Personalbemessung an den Kliniken an den Leitlinien auszurichten oder sektorenübergreifende Behandlungsformen wie Home-Treatement zu berücksichtigen.“
Um ein transparentes und leistungsgerechtes Vergütungssystem zu entwickeln, das auf breite Akzeptanz stößt, fordern die beteiligten Fachgesellschaften und -verbände die Einrichtung einer unabhängigen Expertenkommission. Diese soll den Entwicklungsprozess auf der Ebene der Politik und der Selbstverwaltung beratend begleiten.
„Die von der Koalition geplante Verlängerung der Optionsphase wird ausdrücklich begrüßt“, sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Alfred Dänzer. Damit schaffe die Politik konstruktiv die erforderlichen Voraussetzungen für die Entwicklung eines der Besonderheiten der psychiatrischen Leistungen angemessenen Entgeltkatalogs. Dänzer weiter: „Die Umstellung der Kliniken auf ein bundeseinheitliches, leistungsorientiertes und tagesbezogenes Entgeltsystem kann gelingen.“





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