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Gröhe gegen Systemzuschlag für Unikliniken

Berlin. Bundesgesundheitsminister Herrmann Gröhe (CDU) erteilte Forderungen nach einem Systemzuschlag für Universitätskliniken eine klare Absage. Einzelne Verbesserungen bei der Abbildung der Leistungen stellte er jedoch im Rahmen der Krankenhausreform in Aussicht.
"Abstrakten Systemzuschlägen ohne Leistungsbezug stehe ich kritisch gegenüber." Das erklärte er in einem Interview mit VUDialo (auf der Homepage des Verbandes). „Nicht der Ort, sondern die Art der Leistung, wird auch künftig bei der Vergütung stationärer Leistungen die entscheidende Rolle spielen.“ Gröhe stellte klar: „Wir setzen an einzelnen, klar identifizierbaren Problemen an und suchen nach Lösungen.“

Die Verbände der Hochschulmedizin – neben dem VUD ist das der Medizinische Fakultätentag MFT – hatten zuletzt wiederholt einen Systemzuschlag für die 33 Unikliniken in Deutschland gefordert. Nur noch 13 Prozent der Hochschulkrankenhäuser erwarten laut VUD für das laufende Jahr einen nennenswerten Überschuss. Mehr als die Hälfte rechnet mit einem Defizit.
Diese Entwicklung resultiert aus Sicht der Verbände der Hochschulmedizin unter der unzureichenden Leistungsfinanzierung im Fallpauschalensystem der Krankenversicherung und der mangelnden Investitionsfinanzierung durch die Länder, aber auch unter der mangelnden Finanzierung von Forschung und Lehre.
Gröhe räumte ein, dass die hochspezialisierte Behandlung seltener Erkrankungen überdurchschnittlich hohe Kosten verursachen könnte, die über das pauschalierende Entgeltsystem nicht immer gedeckt seien. Er verwies aber auf den so genannten „NAMSE-Prozess“ (Nationales Aktionsbündnis für Menschen mit Seltenen Erkrankungen), bei dessen Evaluation im nächsten Jahr zu prüfen sei, ob die in den Regelvergütungen enthaltenen Finanzierungselemente ausreichend seien oder Handlungsbedarf bestehe.

Er ging außerdem davon aus, dass die kontinuierliche Weiterentwicklung des Fallpauschalensystems Verbesserungen für die Unikliniken bringen wird. „Mir werden immer wieder Zweifel an einer sachgerechten Abbildung der Leistungen von Universitätskliniken im DRG-System vorgetragen“ sagte er in dem Interview. Hier wolle man möglichst schnell zu spürbaren Verbesserungen kommen. Die Basis soll ein Gutachten bilden, das bis Ende des Jahres vorliegen soll.
Im Bereich der Leistungsfinanzierung stellte Gröhe den Unikliniken konkrete Verbesserungen bei der Notfallversorgung und den speziellen Leistungen der Hochschulambulanzen sowie aufgrund von geplanten Qualitätszuschlägen in Aussicht. Darüber diskutiere die Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Reform der Krankenhausfinanzierung.





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