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Mannheim: Alfred Dänzer zurückgetreten - Rückzug auch als DKG-Präsident

Mannheim. Offenbar gravierende Hygienemängel haben im Universitätsklinikum Mannheim zu weit reichenden Konsequenzen geführt. Der OP-Betrieb wurde bis auf Notfälle heruntergefahren. Wie verschiedene Medien berichteten, hätten Instrumente gefehlt oder seien verschmutzt gewesen. Geschäftsführer Alfred Dänzer, der auch Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft ist, reichte seinen Rücktritt ein. Laut Mannheimer Morgen wird er bei der demnächst anstehenden Wahl als Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft nicht erneut antreten und ab sofort keine öffentlichen Termine als DKG-Präsident mehr wahrnehmen. Diese Amtsperiode endet am 31. Dezember dieses Jahres.
Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen und Unterlagen sichergestellt. Ausgelöst worden war eine umfangreiche Überprüfung, bei der große Hygienemängel festgestellt wurden, durch eine anonyme Anzeige. Wie ebenfalls in verschiedenen Medien berichtet wurde, hatten Mitarbeiter seit geraumer Zeit immer wieder auf die Mängel hingewiesen.


Die Folgen des Skandals für das Klinikum sind derzeit nicht absehbar, aber in jedem Fall erheblich. Bereits jetzt ist wegen abgesagter Operationen ein Schaden von 1,5 bis 2,5 Millionen Euro entstanden, wie Franz Metzger, Leiter des Geschäftsbereichs Unternehmensentwicklung, mitteilte. Bis Ende des Jahres dürfte sich dieser auf fünf Millionen Euro erhöhen. Wann der normale Betrieb wieder aufgenommen wird, ist noch nicht klar. Zunächst müssen umfangreiche Veränderungen in der Zentralsterilisation vorgenommen werden. Der gesamte Bereich der Sterilgutversorgung wird der Geschäftsführung unterstellt.
Zum Rücktritt von Alfred Dänzer erklärt IVKK-Chef Bernhard Ziegler: Dieser Schritt verdient Respekt und bestätigt die konsequente und fachlich anspruchsvolle Haltung von Alfred Dänzer als Krankenhausmanager. Es ist zugleich ein Anlass, um auch hinsichtlich der laufenden Reformüberlegungen im Krankenhauswesen innezuhalten und grundsätzlich über den Sinn und die Gefahren zunehmenden kommerziellen Drucks auf Krankenhäuser nachzudenken. 
Gesundheit ist ein hohes Gut. Angesichts von milliardenschweren Unterstützungsleistungen für wirtschaftliche Stabilität in Deutschland und Europa erscheint es fragwürdig, Krankenhäuser einem derart starken wirtschaftlichen Druck auszusetzen, der tendenziell immer zu fatalen Fehlentscheidungen führen wird. Wettbewerb ist wichtig, doch wir sollten Konsens darüber erzielen können, dass dieser Wettbewerb auf Qualität beschränkt sein sollte. Kommerzieller Wettbewerb birgt stets das Risiko des Totalverlustes und hat daher im Krankenhaus nichts verloren.

Ähnlich wie der IVKK hat inzwischen auch der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Baum, Forderungen nach einem Umdenken erhoben: "Der Mannheimer Fall sollte uns alle alarmieren, dass sich Qualität nur durch ausreichend Personal und durch ausreichende Investitionen sicherstellen lässt," erklärte Baum gegenüber dpa.





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