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Optimierte Großkliniken als Lösung

Stuttgart. Jedes zweite Krankenhaus in Baden-Württemberg schreibt rote Zahlen. In der Region Stuttgart verzeichnen vor allem die Kliniken in kommunaler Trägerschaft hohe Verluste, die seit Jahren von den Landkreisen und auch der Landeshauptstadt Stuttgart ausgeglichen werden müssen. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtete, haben sich jetzt viele Kreise dafür entschieden, mit Unterstützung des Landes neue Großkliniken zu errichten.


Als jüngstes Beispiel wird der Rems-Murr-Kreis genannt, dessen neuer Klinik in Winnenden im Juli eröffnet wurde. Ein Beispiel sei auch die Stadt Stuttgart, die gerade für fast eine Milliarde Euro ihr städtisches Klinikum zukunftsfähig mache. Die Kreise Böblingen und Göppingen planten neue Krankenhäuser für dreistellige Millionenbeträge.
Fast 70 Prozent aller Krankenhausbetten sind in Baden-Württemberger in öffentlicher Hand. Doch selbst in Baden-Württemberg kämen nun wohlhabende Kommunen an ihre Grenzen. Während andernorts Kliniken privatisiert würden, entschieden sich die Politiker hier für teure Neubauten, die von Klinikschließungen begleitet würden. Mit den optimierten Bauten verbänden sich große Erwartungen. Die Großkliniken sollen mehr Patienten anziehen und eine bessere Kostenstruktur bieten – und rasch schwarze Zahlen schreiben.
Angesichts der Millionenzuschüsse verwundere es nicht, dass der Bundesverband der Privatkliniken ausgerechnet in Baden-Württemberg eine Musterklage eingereicht habe, verweist die Zeitung auf das Krankenhaus in Calw. Für die privaten Kliniken ist die öffentliche Subventionierung eine Wettbewerbsverzerrung. Tatsächlich könne man die öffentlichen Zuschüsse auch als Abwehrkampf der Kreise gegen die privaten Klinikkonzerne werten, so die Zeitung, und den Rechtsstreit der Privaten als Versuch, in Baden-Württemberg den Fuß stärker in die Tür zu bekommen.
Der weiter steigende Kostendruck werde aber dennoch dazu führen, dass die Verantwortlichen erneut vor der Frage stünden, ob man sich das kleine Krankenhaus noch leisten könne. Dann müssten die Kommunalpolitiker den Mut haben, den Bürgern die Lage ungeschönt dazustellen. Diesen wieder müsse klar sein, dass sich ein kleines Krankenhaus nur wirtschaftlich führen lasse, wenn es auch angenommen werde. „Eine Klinik vor der Tür zu fordern, im Ernstfall aber schon beim kleinsten Eingriff in die weit entfernte Spezialklinik zu gehen, das passt nicht zusammen“, kommentiert die Zeitung.





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