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Scharfe Kritik am „Kliniksimulator“ der Kassen

Berlin. Der so genannte Kliniksimulator des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenkassen hat für heftige Kritik gesorgt. Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum, erklärte u.a.: „Wenn nun der GKV-Spitzenverband mit seinem „Krankenhaussimulator“ glaubt nachweisen zu können, wo und welches Krankenhaus nicht gebraucht wird, dann verstärkt das die Einschätzung der Versicherten und Patienten, dass die Vor-Ort-Bedürfnisse bei Krankenkassen nicht ausreichend berücksichtigt werden. Krankenhausplanung ist Daseinsvorsorge, der Simulator ist technisches Spielzeug und kann nicht mehr Informationen liefern, als vor Ort bekannt sind. Wir sind zuversichtlich, dass die Krankenhausplanung und die seit Jahren in Gang befindliche Weiterentwicklung und Konsolidierung von Krankenhausstrukturen auch in Zukunft von Menschen mit persönlichem Einschätzungsvermögen und Verantwortung gemacht wird."


Der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) erklärte, dass Schließungsdebatten die Versorgung nicht besser machen. Die Krankenkassen versuchten politischen Mist zu verkaufen. Offenbar gehe die Schließung von Krankenhäusern den Kassen nicht schnell genug. VKD-Präsident Dr. Josef Düllings verwies darauf, dass bereits massiv Betten abgebaut, Krankenhäuser und Klinikstandorte geschlossen worden seien, Häuser fusionierten und Leistungen konzentriert wurden. „Unsere Vermutung ist, dass es wieder einmal vor allem um die Kosten geht. Dabei ist der Anteil der Krankenhausausgaben an den Gesamtausgaben der Krankenkassen seit über zehn Jahren konstant. Die Zahl der stationären Patienten hingegen ist seit 2004 um über 2 Millionen auf rund 19 Millionen gestiegen. So etwas ist ohne massive Verbesserung der strukturellen Effizienz überhaupt nicht möglich.“
Der Katholische Krankenhausverband Deutschland (KKVD) bezweifelte die Aussagekraft des Computerprogramms und forderte die Kassen auf, „ihrer Verpflichtung nach einer weitsichtigen und nachhaltigen Krankenhausplanung verantwortungsbewusst nachzukommen“.
Der Kliniksimulator stellt dar, wie weit es von den verschiedenen Orten Deutschlands zur jeweils nächstgelegenen Klinik mit den Basisabteilungen Chirurgie und Innere Medizin ist. Daraus soll geschlossen werden, welche Häuser u.a. „überflüssig“ sind.





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