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Verbesserung der Gesundheitsversorgung - Reformvorhaben im Fokus

Düsseldorf. „Zukunft gestalten“ war das Generalthema des 39. Deutschen Krankenhaustages, der vom 14. bis zum 17. November in Düsseldorf stattfand - parallel zur Medica, der weltgrößten Medizinmesse. Zur Eröffnung kam auch Bundesgesundheitsminister Herrmann Gröhe, der betonte, wie wichtig die Digitalisierung und Vernetzung im Gesundheitswesen ist. Sie setze allerdings auch Investitionen voraus, für die er im Bereich der Krankenhäuser die Länder in der Pflicht sah. Das geplante Pflegeberufegesetz werde noch in diesem Jahr beschlossen erklärte er. Nach wie vor wird das Gesetz wird bei den Kinderkrankenhäusern und in der Altenpflege aber kritisch gesehen.


Für Kongresspräsidentin Irene Maier ist es eines der „wichtigsten Gesetzesvorhaben der vergangenen Legislaturperioden. Nicht nur für die professionell Pflegenden selbst, sondern für alle qualitätsbewussten Kliniken, Pflegeeinrichtungen sowie für die Menschen, die heute und zukünftig auf professionelle Pflege angewiesen sind", erklärte sie in der Eröffnungsveranstaltung des Krankenhaustages. Der Gesetzentwurf berücksichtige erstmals die tatsächlichen Anforderungen an die Pflegeberufe, statt an gewachsenen Strukturen festzuhalten.
Thomas Reumann, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), zog knapp ein Jahr nach Inkrafttreten des Krankenhausstrukturgesetzes eine erste Zwischenbilanz. Den Kliniken sei es zusammen mit der Politik gelungen, ein ganzes Bündel von Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung auf den Weg zu bringen. "Mit dem Pflegezuschlag, der Tarifausgleichsrate und den Förderprogrammen für Pflegestellen und Hygiene wurden wichtige Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Mitarbeiter in den Kliniken fair bezahlt und notwendige zusätzliche Kräfte eingestellt werden können", so der DKG-Präsident. Insgesamt seien die Rahmenbedingungen für die laufenden Kosten der Krankenhäuser deutlich verbessert worden. "Aber wir müssen ein Jahr später auch feststellen, dass insbesondere die Kostenträger immer wieder Entscheidungen hinauszögern oder aber in der Umsetzung so abändern, dass bei den Kliniken das vorgesehene Geld nicht ankommt. Insgesamt stehen 500 Millionen Euro, die 2016 an die Krankenhäuser fließen sollten, im Stau", kritisierte er. Beispielhaft nannte Reumann die Zentrumszuschläge, die Situation der Hochschulambulanzen oder die stationäre Notfallversorgung. "Wer die Notfallversorgung tatsächlich verbessern will, muss sicherstellen, dass Notfälle nicht länger strukturell unterfinanziert und durch Budgetregelungen gedeckelt werden", forderte Reumann.
Prof. Dr. Hans-Fred Weiser, Präsident des Verbandes der leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK), befürwortete grundsätzlich die mit dem Krankenhaustrukturgesetz eingeführte Qualitätsoffensive der Bundesregierung. Er bezeichnete den sich abzeichnenden Weg zur Gewinnung planungsrelevanter Qualitätsindikatoren jedoch als nicht zielführend: "Er definiert Qualität der Versorgung als Vermeidung von Patientengefährdung, beschränkt sich auf nicht repräsentative Fachbereiche, gibt ungeeignete oder medizinisch nicht vertretbare Indikatoren vor und sperrt sich gegen die Einbeziehung externen medizinischen Sachverstandes", stellte der VLK-Präsident fest.
Ein nationales Investitionsprogramm zur flächendeckenden Einführung der elektronischen Patientenakte forderte Dr. Josef Düllings, Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD). Die Digitalisierung der Gesundheitsbranche sei ein zentrales Zukunftsthema. "Die IT-Infrastruktur sollte auch in Deutschland eine öffentliche Aufgabe sein", so Düllings. Hier sei die öffentliche Hand in der Pflicht, da es um eine Infrastrukturleistung gehe, die wiederum Voraussetzung für eine bessere Patientenversorgung sei.
Den Teilnehmern des Krankenhaustags wurden auch in diesem Jahr wieder zahlreiche gesundheitspolitische und praxisorientierte Veranstaltungen geboten: Das Spektrum reichte von Qualitätsanforderungen und Krankenhausplanung, Pflege, IT-Einsatz im Krankenhaus, Patientenzufriedenheit, Betriebskostenfinanzierung bis hin zur zentralen Problematik der Investitionsfinanzierung.





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