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Stroke Unit als überregionale Einrichtung zertifiziert

Dresden. Die Schlaganfallstation der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden erfüllt die gemeinsamen Vorgaben der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) als überregionale Stroke Unit. Die dazu Anfang des Jahres abgeschlossene Zertifizierung des Qualitätsmanagement-Systems weist die Klinik als „Überregionale Stroke Unit mit acht Betten“ aus.


Mit dem überregionalen Schlaganfallnetzwerk SOS-NET und dem Nachsorgeprojekt „SOS-Care – Hilfe nach Schlaganfall“ bietet das Universitätsklinikum eine umfassende Palette an Versorgungsangeboten. Ein besonderes Augenmerk der Zertifizierung liegt auf der Zusammenarbeit der Neurologen mit den Experten des Instituts für Neuroradiologie: Sie können in bestimmten Fällen das den Schlaganfall auslösenden Blutgerinnsel mit einem Katheter aus dem Gehirn entfernen. Die mechanische Thrombektomie ist nach aktueller Studienlage die Methode der Wahl für die Behandlung von Schlaganfallpatienten mit akutem Verschluss eines großen hirnversorgenden Gefäßes. Im Uniklinikum arbeiten sechs auf diese Therapie spezialisierte Neuroradiologen, so dass die Anforderungen an eine überregionale Stroke Unit sogar übertroffen werden.
Das vor zehn Jahren etablierte SOS-NET – Schlaganfallversorgung Ost-Sachsen Netzwerk – stellt die telemedizinische Beratung für Schlaganfallpatienten in der Region Ostsachsen sicher. Rund um die Uhr können Ärzte der insgesamt 13 angeschlossenen ostsächsischen Krankenhäuser Rat bei den Schlaganfallspezialisten der Klinik für Neurologie einholen. Dazu kommunizieren die Ärzte mit dem Patienten über eine Webcam. Sie beurteilen den klinischen Befund und beurteilen die CT- oder MRT-Aufnahmen des Gehirns, um die optimale Therapie der Patienten abzustimmen. Die Nachfrage dieser Konsile ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen. 2015 waren es 822 Patienten – 151 Mal wurden daraufhin Patienten ins Universitätsklinikum verlegt, damit sie hier eine spezifische Therapie erhalten. Im vergangenen Jahr zählten die Dresdner Spezialisten 912 Konsile mit 200 Verlegungen. Ein Grund für die steigenden Zahlen ist die Zunahme von Thrombektomien: Während die Lyse, die Auflösung eines den Schlaganfall auslösenden Blutgerinnsels durch ein Medikament, in der Regel im Krankenhaus vor Ort vorgenommen wird, bleibt der Kathetereingriff im Gehirn den darauf spezialisierten Neuroradiologen vorbehalten. 2015 wurde im Uniklinikum bei 79 Patienten dieser Eingriff vorgenommen; im vergangenen Jahr konnten 117 Patienten akut mittels mechanischer Thrombektomie behandelt werden.
In der Bundesrepublik steht ein dichtes Netz von spezialisierten Schlaganfall-Stationen für die Versorgung der Patienten zur Verfügung. Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe haben inzwischen bundesweit 300 Einrichtungen zertifiziert. Darunter sind gut ein Drittel überregionale Stroke Units. Damit ist die Versorgung damit nahezu flächendeckend gewährleistet.





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