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Neue EU-Leitlinie empfiehlt Einsatz von Infektiologen

Köln. Die Europäische Kommission hat EU-Leitlinien für die umsichtige Verwendung von Antibiotika in der Humanmedizin veröffentlicht. Um die Verordnung von Antibiotika zu verbessern und auch in Zukunft Patienten therapieren zu können, die beispielsweise mit multiresistenten Erregern infiziert sind, komme Infektiologen eine zentrale Rolle zu, so die Kommission. 

Die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie e.V. (DGI) hat die Empfehlungen begrüßt und sie zum Anlass genommen, auf die Defizite in der infektiologischen Versorgung in Deutschland hinzuweisen. Noch immer seien in vielen deutschen Krankenhäusern weder Infektiologen beschäftigt, noch infektiologische Konsiliardienste etabliert. Das müsse sich dringend ändern, teilt die Fachgesellschaft mit.

Die Leitlinie umfasst neben Hinweisen zum Umgang und der Verschreibung von Antibiotika auch Empfehlungen für die Ausstattung von Kliniken, zur Aus- und Weiterbildung von Spezialisten und zur Forschung. So stellt die Kommission heraus, dass in jeder Klinik ein Antibiotic Stewardship-Team etabliert sein sollte, dessen Aufgabe es ist, die umsichtige Verwendung und Verschreibung von Antibiotika sicherzustellen. Die Kommission regt zudem an, dass Spezialisten für Infektionskrankheiten, also Infektiologen, die Leitung des Antibiotic Stewardship-Teams übernehmen und zu Konsultationen herangezogen werden sollten, wenn Patienten an einer komplizierten oder durch einen multiresistenten Erreger verursachten Infektion erkrankt sind.

„Diese Empfehlungen machen einmal mehr deutlich, dass wir in Deutschland noch einigen Nachholbedarf bei der infektiologischen Versorgung haben“, sagt Professor Dr. med. Winfried Kern, Vorstandsmitglied der DGI und Leiter der Infektiologie der Universitätsklinik Freiburg. „Denn in den allermeisten Kliniken hierzulande sind Stellen für Infektiologen gar nicht regelhaft vorgesehen, und gerade an kleinen Krankenhäusern stehen oft auch keine infektiologischen Konsiliardienste zur Verfügung.“ Während in Ländern wie Schweden oder den USA auf eine Millionen Einwohner mehr als 20 Fachärzte für Infektiologie kommen, sind es in Deutschland nur rund sieben. 





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