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Beteiligungsholding Porterhouse soll Paracelsus Kliniken übernehmen

Osnabrück/Luzern. Die in Familienbesitz befindliche Beteiligungsholding Porterhouse Group AG hat am 19. April 2018 vom Gläubigerausschuss der Paracelsus Unternehmensgruppe den Zuschlag für die Übernahme der Klinikgruppe erhalten. Die Paracelsus Kliniken befinden sich seit Dezember 2017 in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung, dessen Abschluss vor der rechtlichen Übernahme durch Porterhouse stattfinden wird. Bis zum Abschluss der rechtlichen Übernahme durch Porterhouse wird das bisherige Team der Eigenverwaltung das Unternehmen weiterhin leiten. 

Der Gläubigerausschuss der Paracelsus-Kliniken Deutschland GmbH & Co. KGaA i. I. hat dem Vorschlag der Eigenverwaltung und der Sachwaltung, den Konzern an Porterhouse zu verkaufen, bereits zugestimmt. Dabei wurde die Entscheidung an den Interessen der Gläubiger als Ganzes, darunter auch der Mitarbeiter, ausgerichtet.

Die Eigenverwaltung mit dem Restrukturierungsteam um die Generalbevollmächtigten Andreas Ziegenhagen, Daniel F. Fritz und Dr. Reinhard Wichels wird in Abstimmung mit Porterhouse die Insolvenzpläne unmittelbar bei Gericht einreichen. Neben den expliziten Sanierungsmaßnahmen werden die Insolvenzpläne für die Übernahme der Anteile die Zahlung einer Kapitaleinlage seitens Porterhouse vorsehen, aus der anschließend die Gläubiger bedient werden. Die Entscheidung über die Annahme der Insolvenzpläne bleibt den Gläubigern vorbehalten, die in einer Gläubigerversammlung über die Insolvenzpläne abzustimmen haben. Nach Zustimmung durch die Gläubiger und Umsetzung der Insolvenzpläne kann das Insolvenzverfahren aufgehoben werden.

Nach der rechtlichen Übernahme durch Porterhouse wird Prof. Dr. Michael Philippi, der bis Ende 2016 die Sana Kliniken AG führte, die Leitung der Paracelsus Kliniken übernehmen.

Porterhouse werde versuchen, alle Chancen der Zukunft zu nutzen, so Felix Happel, Verwaltungsratspräsident der Porterhouse Group AG. „Für einen verbesserten Patientenservice und für effiziente Prozesse werden wir verstärkt in die Möglichkeiten der Digitalisierung investieren und mit unserem Knowhow Paracelsus zu einem der digitalen Leuchtturm-Unternehmen im deutschen Klinikwesen entwickeln.“

Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung des Bundeskartellamts. Über die finanziellen Aspekte der Übernahme wurde Vertraulichkeit vereinbart. Porterhouse Group AG finanziert die Übernahme komplett aus eigenen Mitteln.

Die Paracelsus-Kliniken zählen mit rund 40 Einrichtungen an insgesamt 22 Standorten zu den großen privaten Klinikträgern in Deutschland. Bundesweit betreuen ca. 5.200 Mitarbeiter jährlich mehr als 100.000 stationäre Patienten. Sitz der Gesellschaft ist Osnabrück.

Die Porterhouse Group AG ist eine internationale, in Familienbesitz befindliche Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in Luzern. Das Unternehmen wurde 2016 gegründet. Die Beteiligungsgesellschaft investiert in gut positionierte Unternehmen in Märkten mit nachhaltigem Wachstum und einem Umsatz von bis zu EUR 500 Mio.

Einem Bericht auf spiegel-online zufolge hat es zum Schluss ein Bietergefecht um die Klinikkette zwischen Porterhouse und Asklepios gegeben. Die Mitarbeiter von Paracelsus hätten zudem gegen Asklepios „mobil gemacht“. Porterhouse habe auch das Vertrauen der Betriebsräte gewonnen mit der Versicherung, den Konzern langfristig eigenständig weiterzuentwickeln. Laut SPON hat Ver.di-Bundesvorstand Sylvia Bühler erklärt, die Gewerkschaft wünsche den Paracelsus-Beschäftigten nicht, dass ihr Konzern an Asklepios verkauft wird.





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