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Verkauft Capio sein Deutschland-Geschäft?

Büdingen. Die Capio-Geschäftsleitung in Schweden schließe beim Blick auf das Deutschland-Geschäft allem Anschein nach einen Verkauf nicht aus. Das zumindest besage der Inhalt eines Interimsberichtes des schwedischen Gesundheitskonzerns vom 20. Juli, der dem Kreis-Anzeiger vorliegt und über den die Zeitung berichtete. Darin gehe es um eine Neuausrichtung auf den skandinavischen Markt und von möglichen "Veräußerungen der Aktivitäten in Frankreich und Deutschland". Zu den Capio-Kliniken in Deutschland gehört auch das Mathilden-Hospital in Büdingen.

Ziel des Konzerns sei danach die verstärkte Spezialisierung und Digitalisierung. Mit dem Kauf eines weiteren schwedischen Gesundheitskonzerns, Legevisitten in Stockholm, werde insbesondere die Gesundheitsversorgung für ältere Patienten ausgebaut und gestärkt. Nun plane Capio eine engere Abstimmung seiner Unternehmen in Schweden, Norwegen und Dänemark, die alle ähnliche Gesundheitssysteme hätten.

Während sich das Geschäftsergebnis für Frankreich in diesem Jahr verbessert habe, spreche Capio-Präsident Thomas Berglund in dem Bericht von einer Fortsetzung der schlechten Entwicklung in Deutschland. Hier betreibt der Konzern rund 20 Krankenhäuser, Fachkliniken und Medizinische Versorgungszentren. Deutschland soll nun mit einem Aktionsprogramm konkurrenzfähig gemacht werden.

Der Vorstand führe einen strukturierten Prozess für mögliche Veräußerungen der Aktivitäten in Frankreich und Deutschland durch, schreibe Thomas Berglund. Erste Angebote habe Capio bereits. Hinweise auf einen anvisierten Verkauf der britischen und deutschen Standorte gab es schon 2013. Darüber schrieb seinerzeit die „Welt“.

Die Zeitung schreibt, dass am 18. Juni eine außerordentliche Betriebsversammlung für die Belegschaft in Büdingen stattgefunden habe. Die Mitarbeiter des Mathilden-Hospitals hätten bereits aufmerksam die sich häufenden Kündigungen in der Führungsetage verfolgt. So habe die Pflegedienstdirektorin im vergangenen Jahr gekündigt. Ihr Nachfolger sei ebenfalls nicht geblieben. Verwaltungsdirektor Michael Hedtrich wechsle zum Jahresende.

Die Geschäftsleitung habe die Mitarbeiter beruhigt und u.a. versichert, dass ein Verkauf nicht zur Debatte stünde.

Schließlich sei dann das Kaufangebot von Ramsay Générale de Santé S.A. bekanntgeworden. Die Neuigkeiten aus Schweden habe der Geschäftsführer von Capio Deutschland, Klaus Wöhrle, gegenüber dem Kreis-Anzeiger als normales Börsengeschäft bezeichnet, die formulierten Bedenken als Motivationen Einzelner und Kolportage.

Doch auch Büdingens Bürgermeister Erich Spamer habe die Hinweise zu einem möglichen Verkauf und Informationen über weitere Kündigungen von Führungskräften veranlasst, die Geschäftsführer um ein klärendes Gespräch über die Gesamtsituation zu bitten. Allerdings, so schreibt das Blatt, würde ein Betreiberwechsel an der Existenz des Krankenhauses nicht ändern. Darüber entscheide das Land. Der Grund und Boden gehöre zudem der „Stiftung Mathilden-Hospital“.





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