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Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen gefährdet

Berlin. Mit dem Psychiatrie-Entgeltgesetz in der jetzt vorgesehenen Form werden sich die Möglichkeiten zur Behandlung insbesondere sehr schwer kranker Patienten mit psychischen Erkrankungen massiv verschlechtern. Davor warnen die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN), die Bundesdirektorenkonferenz - Verband leitender Ärztinnen und Ärzte der Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie (BDK), der Arbeitskreis der Chefärztinnen und Chefärzte der Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie an Allgemeinkrankenhäusern in Deutschland (ACKPA) und die Aktion Psychisch Kranke (APK).

Anfang September wurde der Entgeltkatalog vorgestellt, der die Vergütung der Behandlung definiert. Er soll Anfang 2013 in Kraft treten.

Betroffen sind von den geplanten Maßnahmen insbesondere Menschen, die unter psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Schizophrenien und Demenzen leiden. Hier sei durch die geplante Änderung mit einer drastischen Verschlechterung der Behandlung zu rechnen.

Der überstürzt und auf einer völlig unzulänglichen Datenbasis entwickelte Entgeltkatalog setze Fehlanreiz, so der Vorwurf. Belohnt werde, wer Patienten ohne ausreichende Gesundung vorschnell wieder aus dem Krankenhaus entlasse. Eine umfassende ambulante Behandlung sei ebenfalls nicht gesichert. Es werde daher zu häufigen Rückfällen und Wiederaufnahmen kommen. Die „Drehtürpsychiatrie" werde finanziell belohnt, die Krankenhäuser würden ermuntert, vorzugsweise solche Patienten zu behandeln, die weniger schwer krank seien.

Die Verbände verweisen darauf, dass es international kein Vergleichsmodell gibt, an dem man sich orientieren könnte. Das Bundesgesundheitsministerium habe bisher alle warnenden Hinweise von Patienten, Angehörigen, Fach- und Krankenhausverbänden sowie den Bundesländern ignoriert, sich mit der Entwicklung des Systems mehr Zeit zu lassen. Der Appell: Die überstürzte Einführung aufschieben, Qualität muss vor Schnelligkeit gehen.





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