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Ärzte und Pflegekräfte fehlen – der Mangel verschärft sich

Berlin. Der Mangel an Ärzten und inzwischen auch Pflegekräften ist schon heute eines der größten Probleme für stationäre Gesundheitseinrichtungen. Die Manager in den Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken bestätigten das in einer repräsentativen Umfrage des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD). Befragt wurden rund 1.800 VKD-Mitglieder zum Ärzte- und Pflegemangel in ihren Kliniken sowie zu dessen qualitativer Bewertung. Die Befragung ist Teil einer Studie zur Finanzlage der deutschen Krankenhäuser.

So befanden 93 Prozent der Manager von Allgemeinkrankenhäusern es „sehr schwierig" und „schwierig", Stellen im ärztlichen Dienst zu besetzen. Befragte Manager von Rehabilitationskliniken gaben zu 95 Prozent an, es sei sehr schwierig bzw. schwierig. Auch Fachkrankenhäuser und psychiatrische Krankenhäuser verwiesen mit je 33 Prozent auf größere Schwierigkeiten. Die Situation in den Universitätskliniken ist erwartungsgemäß etwas entspannter. Hier haben 57 Prozent keine Probleme mit Stellenbesetzungen im ärztlichen Bereich.

Obwohl 37 Prozent der Allgemeinkrankenhäuser die Besetzungssituation im ärztlichen Dienst als „sehr schwierig" bewerteten, zahlen nur 13 Prozent ihren Ärzten überwiegend übertarifliche Gehälter. Das kann als deutlicher Hinweis auf die angespannte Finanzlage der Häuser gelten. Immerhin rund 46 Prozent der Allgemeinkrankenhäuser (ohne Fachkrankenhäuser, einschließlich Universitätskliniken) erwarteten im ersten Teil der Umfrage bis Ende 2012 ein Defizit.

Aufschlussreich waren auch die Angaben zur Stellenbesetzung im Pflegedienst. Während hier die Allgemeinkrankenhäuser nur zu 14 Prozent mit „sehr schwierig" antworteten, lag dieser Anteil bei den Fachkrankenhäusern mit 27 Prozent und den Universitätskliniken mit 21 Prozent deutlich höher. Bei den Rehakliniken gaben 20 Prozent der Befragten an, dass es „sehr schwierig" sei, Pflegekräfte zu finden. Ähnlich stellte sich die Situation auch bei den Allgemeinkrankenhäusern dar, die ebenfalls zu rund 30 Prozent bisher keine Probleme sahen. Dagegen gaben nur 14 Prozent der Befragten aus den Universitätskliniken an, problemlos Stellen im Pflegedienst besetzen zu können.

Die Umfrage zeigt deutlich, dass der Ärztemangel in Allgemeinkrankenhäusern (ohne Fachkrankenhäuser) mittlerweile eine kritische Marke erreicht hat, wobei gerade kleine Krankenhäuser überproportional betroffen sind. Sehr stark betrifft das Problem auch die Rehabilitationskliniken. Die Fachkrankenhäuser und Universitätskliniken verzeichnen dagegen eher einen Pflegekräftemangel.

Der VKD sieht die Gründe für den Ärztemangel vor allem bei der Politik. So hätten Bund und Länder vor zehn Jahren die Studienkapazitäten für Medizin um rund zehn Prozent reduziert. Die Umsetzung der EU-Arbeitszeitrichtlinie habe in den Krankenhäusern zu einem Mehrbedarf von 27.000 Ärzten geführt. Daher sei die Politik auch aufgefordert, sich an der Lösung dieses Problems zu beteiligen, so der VKD. Die Studienkapazitäten müssten um mindestens 10 Prozent angehoben werden, der Numerus Clausus durch Kriterien ergänzt werden, die stärker an der Praxis orientiert seien. Bund und Länder müssten deutlich mehr Programme auflegen und fördern, die eine fachliche, sprachliche und kulturelle Integration von ausländischen Ärzten und Pflegenden unterstützen. Wichtig sei eine Harmonisierung der heute noch nach Bundesländern unterschiedlichen Antragsverfahren für ausländische Ärzte und Pflegende. Zudem brauche eine zukunftsfeste Krankenhausversorgung mindestens eine verlässliche, nicht nur teilweise, sondern volle Refinanzierung der Tarifentwicklung.





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