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Doppelstrukturen im Fokus

Frankfurt/Main-Taunus. Die Kliniken des Main-Taunus-Kreises und das Klinikum Frankfurt Höchst wollen noch enger zusammenarbeiten als bisher. Wie der Main-Taunus-Kreis und die Stadt Frankfurt als Träger mitteilten, sollen mögliche Kooperationen bis hin zu einer Fusion geprüft werden. Nach den Vorstellungen der Träger sollen alle Klinikstandorte erhalten bleiben. Über Näheres würden in den kommenden Wochen die Aufsichtsräte der Kliniken und die politischen Gremien beraten.

„Die Patienten stehen im Mittelpunkt unserer Bemühungen", so Landrat Michael Cyriax (Main-Taunus-Kreis). „Wir wollen weiterhin eine hochwertige, regionale Versorgung und sehr gute medizinische Leistungen." Die Frankfurter Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig erklärte, das Kooperationsvorhaben sei ein klares Bekenntnis zum kommunalen Krankenhaus. Nur mit verstärkter Zusammenarbeit könnten die Kliniken medizinisch wie wirtschaftlich zukunftsfähig bleiben.

Nach Angaben von Cyriax und Heilig sollen mit der engeren Zusammenarbeit oder Fusion Synergieeffekte genutzt werden. Hintergrund seien steigender Kostendruck im Gesundheitswesen und ein verschärfter Wettbewerb zwischen verschiedenen Kliniken in der Region und in Hessen. Ziel sei es, durch abgestimmte Konzepte eine hochwertige medizinische Versorgung der Bevölkerung in Frankfurt sowie im Main-Taunus-Kreis aber auch im Rhein-Main-Gebiet zu sichern.

Das Klinikum Höchst mit seinen rund 990 Betten ist an einem Standort konzentriert. Die Kliniken des Main-Taunus-Kreises sind mit insgesamt etwa 530 Betten auf Bad Soden und Hofheim verteilt, und haben auch mehrere Tochtergesellschaften. Im Falle einer Fusion blieben sämtliche Standorte erhalten. Arbeitsplätze sollten ebenfalls gesichert und betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden.

Beide Kliniken kooperieren bereits in sieben Bereichen miteinander, zuletzt bei der Versorgung von Schlaganfällen. Für eine engere Verbindung spreche auch, dass die Standorte nur sechs bis acht Kilometer auseinander lägen und sich die Einzugsgebiete überschnitten.

Im Falle einer Fusion beider Klinikgesellschaften würden sich beide Partner „auf Augenhöhe" begegnen, teilten Cyriax und Heilig mit.

Um die Möglichkeit eines Zusammenschlusses zu prüfen, sollen beide Träger die Kliniken wirtschaftlich bewerten und Geschäftspläne entwickeln. Nötig sei auch ein medizinisches und organisatorisches Konzept.

Im Falle einer Fusion sollen noch vorhandene Doppelstrukturen beseitigt werden. Das machte Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) in einem Interview mit der Frankfurter Neuen Presse deutlich. Allenfalls die Psychiatrie und Geriatrie sowie Teile der Inneren Medizin könne es sinnvoll mehrfach geben. Was von der theoretischen Überlegung her logisch klingt, dürfte in der Umsetzung nicht leicht werden. Rund zehn Kliniken zu schließen bzw. zusammenzulegen, ist kein leichtes Unterfangen. Abteilungsschließungen können zum Politikum werden, schwierige Personalentscheidungen, vor allem bei den medizinischen Führungskräften, sind nicht leicht durchzusetzen. Für die Patienten stünden auf jeden Fall in bestimmten Fachrichtungen längere Wege an.





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