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Für Stärkung der Internistischen Intensivmedizin und Notfallmedizin

Wiesbaden. Internistische Erkrankungen sind die häufigste Ursache für eine notfallmäßige Krankenhausbehandlung. Auch auf den Intensivstationen stehen internistische Erkrankungen oft im Vordergrund. Aufgrund des Mangels an speziell intensiv- und notfallmedizinisch qualifizierten Internisten übernehmen Ärzte anderer Fachgebiete jedoch zunehmend die Verantwortung für die Versorgung dieser Patienten. Um eine optimale Betreuung von internistischen Notfallpatienten auch weiterhin zu gewährleisten, fordert die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM) gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), dem Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) und weiteren Fachgesellschaften eine Stärkung der Internistischen Intensivmedizin und Notfallmedizin.

Notfallpatienten, die eine stationäre Behandlung benötigen, können in der Regel der operativen oder der konservativen Intensivstation zugeordnet werden. Bei kleineren Krankenhäusern teilen sich beide häufig eine Station. Aufgrund der unterschiedlichen fachlichen Ausrichtung sollte die konservative Intensivmedizin einem Internisten unterstehen, die operative einem Chirurgen oder Anästhesisten, dies legten verschiedene medizinische Fachgesellschaften in einer gemeinsamen Empfehlung fest. Kürzlich bemängelte auch der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) bei Intensivstationen mit internistischer Leitung das Fehlen der Zusatzweiterbildung Intensivmedizin und benannte eben diese Qualifikation als Vorrausetzung für die Abrechnung intensivmedizinischer Komplexbehandlungen. Als Konsequenz daraus haben bereits erste Krankenhausverwaltungen privater Träger im norddeutschen Raum internistischen Abteilungen die Verantwortung für ihre Intensivstation entzogen und diese den Anästhesiologen übertragen. „Diese Entwicklung halten wir für nicht hinnehmbar, daher bemühen sich DGIM und DGIIN nun gemeinsam darum, strukturelle Defizite zu beheben und damit die Versorgungsqualität auf den Intensivstationen auch weiterhin zu sichern“, sagt Professor Dr. med. Reimer Riessen, Leitender Oberarzt der Internistischen Intensivstation am Universitätsklinikum Tübingen und Präsident der DGIIN. „Aber auch in zentralen Notaufnahmen müssen Internisten in die Versorgung der Patienten stark eingebunden sein und sich für Leitungspositionen qualifizieren.“

Im Rahmen der „Aktion Internistische Intensiv- und Notfallmedizin“ haben die DGIM und DGIIN gemeinsam mit dem Berufsverband Deutscher Internisten e.V. und weiteren Fachgesellschaften ihre Mitglieder aufgefordert, auf ihren Intensivstationen und Notaufnahmen die Strukturen und personellen Qualifikationen zu evaluieren und gegebenenfalls zu optimieren.GIM und DGIIN fordern u.a. auch, die im Rahmen des Krankenhausstrukturgesetzes in Zukunft vorgesehenen Sonderzuschläge für Krankenhäuser, die an der Notfallversorgung teilnehmen, gezielt für die Verbesserung der notfall- und intensivmedizinischen Versorgung einzusetzen.





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