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Privatisierung hat Erwartungen nicht erfüllt

Gießen/Marburg. Die Arbeitsgemeinschaft Hochschulmedizin hat die Landesregierung für den Verkauf der Universitätsklinik Gießen-Marburg an den Rhön-Konzern im Jahr 2006 kritisiert. Dies sei ein Fehler gewesen. „Aus der heutigen Perspektive ist klar erkennbar, dass die Privatisierung ebenso wie der Betrieb der Partikeltherapie gescheitert ist", heißt es in einer Stellungnahme.


Die Erfahrung in Mittelhessen habe gezeigt, dass Universitätsmedizin als Teil der staatlichen Daseinsfürsorge grundsätzlich öffentlich-rechtlich organisiert sein müsse. In welchem Modell, müsse individuell entschieden werden. Eine von privaten Unternehmern geforderte Renditeerwartung sei nicht mit den Aufgaben einer Universitätsklinik in Einklang zu bringen. Die habe nicht nur Schwerstkranke zu behandeln, sondern auch Forschung und Lehre zu dienen.
Auch Gesundheitsministerin Eva-Kühne Hörmann hatte inzwischen eingeräumt, dass der private Klinikkonzern Rhön seine Pflichten nicht erfülle. Das hessische Wirtschaftsministerium erklärte dagegen, man werte die Privatisierung weiterhin als Erfolg. Die Arbeitsgemeinschaft erwartet auch von der Anfang dieses Jahres geschlossenen Vereinbarung von Land und Rhön Klinikum keine wirklich tragbaren Lösungen. Das sei eine Notmaßnahme.
In einem offenen Brief an die Arbeitsgemeinschaft Hochschulmedizin bekräftigt die Rhön Klinikum AG dagegen, die objektiven Ergebnisse in Forschung, Lehre und Krankenversorgung im UKGM sprächen für sich. So wird u.a. darauf verwiesen, dass der Konzern seit der Privatisierung der Kliniken in Gießen und Marburg mehr als 500 Mio. Euro in die Region Mittelhessen, in erstklassige Medizin und sichere Arbeitsplätze investiert habe.
Dagegen sei das Universitätsklinikum nach einer Reihe medizinisch wie ökonomisch erfolgreichen Jahren in 2012 aufgrund der chronischen Unterfinanzierung deutscher Krankenhäuser, insbesondere der Hochschulmedizin, in eine schwierige wirtschaftliche Lage geraten. Man habe aber nun einen Weg beschritten, der das Klinikum bis 2014 wieder konsolidieren soll. Der Brief verweist u.a. auch auf kontinuierlichen Personalaufbau in den letzten Jahren sowie steigende Patientenzahlen.
Die Darstellung der Arbeitsgemeinschaft Hochschulmedizin sei nicht sachgerecht und stimme mit den objektiven Ergebnissen nicht überein, so der Konzern.





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