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Systemzuschlag für Unikliniken gefordert

Ulm. Zur Zukunftssicherung der Universitätsmedizin in Deutschland braucht es ein Umdenken. Dies fordert der Kanzlerarbeitskreis Hochschulmedizin. Für Universitätskliniken, die als Supramaximal- und Endversorger sowie Forschungs- und Lehreinrichtungen im Vergleich zu anderen Krankenhäusern besonders belastet seien, müsse es einen Systemzuschlag geben.

Für das Jahr 2013 erwartet knapp die Hälfte der Universitätsklinika ein negatives Jahresergebnis, lediglich 20 Prozent der Klinika prognostizieren noch schwarze Zahlen – das sei eine alarmierende Botschaft an die medizinführenden Universitäten, heißt es in einer Stellungnahme des Kanzlerarbeitskreises. Der vom DRG-Vergütungssystem ausgehende wirtschaftliche Druck auf die Universitätsklinika sowie die budgetäre Deckelung der Erträge bei gleichzeitig steigenden Aufwandsentwicklungen, vor allem bei den Ärzten (TV-Ä), Energiekosten und Aufwendungen für innovativen medizinischen Bedarf, gefährdeten zunehmend auch die klinische Grundlage für erfolgreiche Lehre und Forschung. Die sich daraus ergebenden Leistungen vernachlässigten wesentliche Aufgaben von Universitätskliniken als Supramaximal- und Endversorger, die weit über die üblichen Aufgaben anderer Krankenhäuser hinausgingen. Die Klinikleitungen könnten so immer weniger die wissenschaftlichen Ziele der Medizinfakultäten unterstützen.
Die krankenhauswirtschaftlichen Möglichkeiten, Forschung und Lehre nachhaltig zu gewährleisten, würden zunehmend abschmelzen und ließen die hierzu erforderlichen klinischen Infrastrukturen schrumpfen. Strukturelle Entscheidungen aus krankenhausökonomischen Gründen limitierten so die akademische Lehre und minderten in zunehmend eingreifender Weise die klinische Forschung. Wichtige Fächer verschwänden, wie das Beispiel Endokrinologie zeige, obwohl diese in hohem Maße auch ausbildungsrelevant seien.
Die Gründe für die alarmierenden krankenhauswirtschaftlichen Prognosen sieht der Arbeitskreis in den gravierenden Unzulänglichkeiten im Finanzierungssystem, die wegen des massiven Investitionsstaus der Universitätskliniken noch verschärft würden. Hierauf haben kürzlich auch der Medizinische Fakultätentag, der Verband Deutscher Universitätsklinken sowie der Ärztebund hingewiesen. Die erforderliche klinische Basis werde in bedrohlicher Weise beschränkt. Darüber hinaus würden im engen Finanzverbund von Klinik und Fakultät die für Forschung und Lehre bestimmten Mittel zweckentfremdet, um Defizite der Krankenversorgung auszugleichen.
Der Kanzlerarbeitskreis Hochschulmedizin der deutschen Universitäten teile deshalb deren Sorge für die weitere Entwicklung der Universitätsmedizin in Deutschland. Die Universitätsklinika müssten von der Politik in die Lage versetzt werden, sowohl ihre Fähigkeit als Supramaximal- und Endversorger wiederzugewinnen, als auch die international wettbewerbsfähige Spitzenforschung sowie exzellente klinische Lehre angemessen zu unterstützen.





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