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Cyber-Angriffe auf Krankenhäuser

Berlin. Eine ganze Reihe von Krankenhäuser wurde in den vergangenen Tagen und Wochen Opfer von Cyberangriffen. Server wurden abgeschaltet, ganze Systeme heruntergefahren, Mitarbeiter mussten zur „Zettelwirtschaft“ zurückkehren. Der Digitale Datenaustausch war unterbrochen. Befunde wurden per Telefon oder Fax weitergegeben. Krankenhausgesellschaften gaben Warnhinweise an die Kliniken.

„Krankenhäuser müssen eine besonders gut gesicherte IT-Infrastruktur vorhalten, die Cyber-Angriffen standhält und Patientendaten und Medizingeräte vor Fremdzugriffen umfassend schützt“, forderte der 2. Vorsitzende des Marburger Bundes, Dr. Andreas Botzlar, angesichts der zunehmenden Attacken aus dem Internet. IT-Sicherheit in Krankenhäusern dürfe keine Kostenfrage sein. Wer hier an der falschen Stelle spare, habe im Falle eines ausgeprägten Virenbefalls seiner Computersysteme nicht nur höhere Kosten zu tragen, sondern gefährde unter Umständen Sicherheit und Gesundheit seiner Patienten“, so Botzlar.

Der Marburger Bund regte u.a. an, dass das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) spezielle Handlungsempfehlungen zur Cyber-Sicherheit in Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen erarbeitet.
Wie die "Welt am Sonntag" berichtete, gehen nach ihren Informationen Ermittler in Nordrhein-Westfalen davon aus, dass es sich z.B. in Neuss und auch bei dem Arnsberger Klinikum um die neueste Version der Schadsoftware TeslaCrypt handelt. In der Betreffzeile solcher E-Mails stehe meist nur Datum und Uhrzeit, so dass Virenschutzprogramme die Mail kaum herausfiltern können. Wer den Anhang öffne, installiere ein Programm auf seinem Rechner, das ganze Systeme lahmlegen kann. Es folge dann üblicherweise eine Lösegeldforderung, die in Bitcoin zu zahlen sei.
Auch Politiker forderten angesichts der Hackerangriffe auf Krankenhäuser in NRW  mehr Investitionen in die IT-Sicherheit. Karl-Josef Laumann, Bundespatientenbeauftragter und Staatssekretär im Gesundheitsministerium erklärte gegenüber der „Welt am Sonntag“, viele Länder, die für die Investitionen in die Krankenhausinfrastruktur zuständig sind, hätten hier „in den vergangenen Jahren deutlich zu wenig Geld in die Hand genommen.“ Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Karl Lauterbach, kritisierte, Datensicherheit sei in deutschen Kliniken an vielen Stellen nicht gegeben. Die Regierung müsse dringend überlegen, was sie hier auch gesetzgeberisch tun könne.





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