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DKI-Studie „Das erfolgreiche kommunale Krankenhaus“

Der IVKK begrüsst die durch das DKI und seine Studie erreichte Würdigung der zentralen Rolle kommunaler Kliniken für das deutsche Krankenhauswesen.

Kommunale Kliniken behandeln nicht nur die meisten Fälle in Deutschland, sie sind auch für die intensivmedizinische Versorgung der Patienten unverzichtbar, wo sie mehr als doppelt so viele Fälle versorgen wie Kliniken in privater Trägerschaft. Gleichzeitig sind kommunale Kliniken neben frei-gemeinnützigen Krankenhäusern die Stütze der kostenintensiven Ausbildung von pflegerischen und medizinisch-technischen Nachwuchskräften. Schließlich haben kommunale Kliniken, tarifliche und strukturelle Nachteile hinzunehmen, die sie in Bezug auf die Bezahlung und den Einsatz von Mitarbeitern sowie in der allgemeinen Unternehmensführung gegenüber privaten Klinikbetreibern erheblich einschränken.

Es ist vor diesem Hintergrund von doppelter Bedeutung, darauf hinzuweisen, dass die Kosten je Fall wie auch die Bruttogesamtkosten für kommunale Kliniken dennoch nicht signifikant von denen anderer Träger abweichen. Damit steht fest, dass die Frage der Wirtschaftlichkeit und der Ertragskraft in keiner Weise mit der Trägerstruktur eines Krankenhauses zusammenhängt!

Dies ist eine der wichtigsten Erkenntnisse aus der vorliegenden Studie!

Grundsätzlich gilt, dass stationäre Versorgung schwerer und teurer Fälle in den größeren und Großen Kliniken stattfindet. Hier verfügen kommunale Krankenhäuser – abgesehen von den Universitätsklinika - über die größte Erfahrung und auch über die positivsten Kennziffern für die Patientenversorgung in Deutschland. Jede zweite Klinik dieses Typs befindet sich in kommunaler Trägerschaft. Eine kommunale Klinik in Deutschland verfügt im Durchschnitt über 342 Betten und ist damit fast um die Hälfte größer als „das durchschnittliche deutsche Krankenhaus" (261 Betten). Die durchschnittliche Bettenzahl eines privaten Klinikbetriebes in Deutschland liegt bei 128 Betten. Acht von zehn Privatkliniken in Deutschland verfügen über weniger als 200 Betten. 85 Prozent aller Intensivbetten in Deutschland stehen in nicht primär gewinnorientierten, davon fast die Hälfte in kommunalen Krankenhäusern. Nur 14,7 Prozent dieser kostenaufwändigen und personalintensiven Betten stehen in privaten Kliniken.

Angesichts dieser Verhältnisse im Krankenhaussektor erscheint es dringend geboten, die Bewertung von ökonomischen Erfolgen differenzierter als bisher zu betrachten.

Wie die in der Studie dokumentierten Erfolgsbeispiele aus kommunalen Kliniken zeigen, gibt es eine Reihe von Faktoren, die für den erfolgreichen und bedarfsorientierten Betrieb eines kommunalen Krankenhauses von erheblicher Bedeutung sind. Hierzu zählen u.a. die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit einer nach fachlichen Kriterien besetzen kompetenten Geschäftsführung mit den zuständigen, sich auf die Wahrnehmung einer nicht-operativen Aufsichtsfunktion beschränkenden Vertretung der Trägerkommune. Weitere Erfolgsfaktoren liegen in der bedarfsorientierten Vernetzung und Verbündung von kommunalen Kliniken, die teilweise sogar kommunalpolitische Grenzen überschreiten können oder in der Anwendung von Formen der Mitbestimmung und Mitwirkung für die Belegschaft. Auch die Ausschöpfung von innovativen Formen der Partnerschaft eines kommunalen Klinikträgers mit privaten Kapitalgebern ohne die Aufgabe von betriebswirtschaftlichen Steuerungsbefugnissen für das Unternehmen sowie in eine engen und partnerschaftliche Zusammenarbeit und Kooperation mit niedergelassenen Ärzten und anderen Gesundheitsberufen zählt zu den Optionen, die sich einer Trägerkommune bieten, wenn sie ihr Krankenhaus für die erfolgreiche Zukunft rüsten will.

Eine Privatisierung ist jedoch nicht nur die wenig wünschenswerte, es ist oft auch die wenig ratsame ökonomische Lösung. Dies hat die vorliegende Studie gezeigt!

 





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